Suchbegriffe von Website-Besuchern in den Wortwolken (Tag Clouds) darzustellen, ist eine beliebtes Mittel, um die interne Verlinkung zu verbessern. Quellen, wo solche Begriffe gefunden werden können, gibt es viele: Internes Suchformular auf der Website, Auswertung der Referrer oder die Keyword-Analyse. Interessant wird es erst dann, wenn die Tag Cloud nicht als ein Art “Live-Suche” genutzt wird, sondern um Besucherströme auf der Website in die richtige Bahnen zu lenken.
Zu diesem Thema ist mir aus aktuellen, persönlichen Anlass ein sehr interessantes Beispiel im Internet aufgefallen: www.o2-online.de. Auf der Startseite wurde in der unteren Hälfte der Webseite eine Rubrik mit den TOP-Suchbegriffen hinterlegt. Dort finden sich neben den Produktnamen und den generischen Begriffen der Handybranche (Klingeltöne, Spiele etc.) auch das Wort “Kündigung”.

Im ersten Moment dachte ich, das ist schön blöd, was der Münchner Handyanbieter da verzapft haben. Jedoch bei näherer Betrachtung ist das gar keine Tag Cloud, die automatisch generiert wird, sondern manuell angelegte Verknüpfungen. Bestätigung für meine Vermutung habe ich u.a. vom klickfreundlich-Blog erhalten.
Nun aber warum sollte ich das Wort “Kündigung” auf die Startseite setzen? Ist es nicht besser, die Wechselbarriere durch “verschlungene Wege von Links” so hoch wie möglich zu setzen? Nein, ist es nicht. Denn den sehr wahrscheinlich bereits verlorenen Kunden noch dadurch zu gängeln, in dem man ihm den letzten Akt der Kundenbeziehung verwehrt, bestätigt ihn umso mehr, sich vom Unternehmen zu trennen.
Im Falle des Mobilfunkanbieters ist es vorstellbar, dass nach Abschalten des Roamings so mancher Kunde kündigen wollte und wird. Es ist besser, damit offen umzugehen und dieser Zielgruppe von Noch-Kunden zu zeigen, dass man zu mindest die Kündigung zur Zufriedenheit managt.
… und wenn nun der wechselwillige Kunden übers Internet kommt, dann kann man sein Anliegen in einer netten gefakten Tag Cloud verpacken. Nette Idee.